Scheidung

Voraussetzung für die Durchführung einer Scheidung ist die Zerrüttung der Ehe. Die Eheleute müssen hierzu zum Zeitpunkt des Scheidungstermins seit mindestens einem Jahr von einander getrennt leben. Man kann also Scheidungsantrag durchaus schon eine gewisse Zeit vor Ablauf dieser Zeitspanne einreichen, da das Scheidungsverfahren selber ca. 9 bis 15 Monate dauert. Grund für die lange Dauer des Verfahrens ist, daß durch den Scheidungsrichter ein Ausgleich der beiderseitigen Rentenanwartschaften erfolgt und hierzu zunächst Auskünfte der Rentenversicherungen eingeholt werden müssen. Eine schnelle Scheidung setzt die zügige Mitwirkung der Parteien bei der Klärung des Versicherungsverlaufs der Rentenversicherung voraus.

Unterhaltsrecht

Meist bereits bei der Trennung muß der Lebensunterhalt für Kinder und den diese betreuenden Ehegatten (überwiegend die Ehefrauen) geregelt werden. Das Unterhaltsrecht hat zu Beginn des Jahres 2008 eine gravierende Änderung erfahren. Die Eigenverantwortlichkeit der Ehefrauen wurde erheblich in den Vordergrund gerückt. Allerdings hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs deutlich gemacht, daß die Interessen der Kinder dabei nicht zu kurz kommen dürfen. Es wurde klargestellt, daß die Betreuung auch älterer Kinder neben einer Vollzeittätigkeit eine übermäßige Belastung der Mütter sein kann und damit unzumutbar ist. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich nach dem Bedarf des Unterhaltsberechtigten auf der einen und der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten auf der anderen Seite. Für Kinder wurde eine diesbezügliche Berechnungstabelle entwickelt. Für den Unterhaltsanspruch von Ehegatten orientiert sich die Rechtsprechung an den vom jeweiligen Oberlandesgericht entwickelten Unterhaltsrichtlinien. Für den Oberlandesgerichtsbezirk Köln gilt, daß der Ehefrau ggf. nach Abzug ihres Einkommens 3 / 7 des um berufsbedingte Kosten bereinigten Nettoeinkommens des Ehemannes zusteht.

Wohnung und Hausrat

Das Gericht kann vorläufige aber auch endgültige Regelungen über die Nutzung der Wohnung und den Hausrat treffen. Hier stehen die Interessen der Kinder und des schwächeren Partners im Vordergrund.

Zugewinnausgleich

Im Falle einer Scheidung ist auch eventuelles Vermögen auszugleichen. Dabei wird grundsätzlich nur das während der Ehe erwirtschaftete Vermögen ausgeglichen. Schenkungen und Erbschaften bleiben außen vor. Die Vermögen beider Eheleute werden bewertet und einander gegenübergestellt. Die Hälfte der Differenz ist von dem reicheren Ehepartner an den ärmeren zu zahlen.

Versorgungsausgleich

Bei der Scheidung wird ebenfalls ein Ausgleich der während der Ehe erdienten Rentenanwartschaften vorgenommen. Hierzu werden Auskünfte bei den Rentenversicherungen eingeholt, die anläßlich dieses Verfahrens eine vollständige Klärung der Rentenanwartschaften durchführen. Dies führt in den meisten Fällen zu zahlreichen Nachfragen und macht intensive Mitarbeit beider Eheleute erforderlich.

Sorgerecht

Eine Übertragung des Sorgerechts auf ein Elternteil findet nur auf ausdrücklichen Antrag und bei Vorliegen eines wichtigen Grundes statt. Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern über die Sorge ihrer Kinder muß nachhaltig gestört sein. Von den Eltern wird jedoch grundsätzlich verlangt, ihre persönlichen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zum Wohle der Kinder hintenan zu stellen. In der Praxis stellt sich diese Forderung allerdings häufig als undurchführbar heraus.

Umgangsrecht

Um die Bindungen auch zum nicht ständig sorgenden Elternteil zu erhalten, wird dem anderen Elternteil aber auch den Kindern ein Umgangsrecht zugebilligt. Starre Regeln für den Umgang gibt es nicht, wenn sich auch ein Besuch von Freitag bis Sonntag im Zweiwochenrhythmus durchgesetzt hat. Die Ausgestaltung des Umgangs richtet sich nach dem Wohl der Kinder und ihren Bedürfnissen. So können z.B. für kleine Kinder kürzere dafür aber häufigere Kontakte notwendig sein.